• Alex

Eine DSLR im Jahre 2017? - Nikon D7500 - Review



Mich erreichen regelmäßig Geräte oder auch „Gadgets". Manche sind unglaublich interessant. Doch aus unterschiedlichsten Gründen kann nicht mit allen ein Video umgesetzt werden. Deswegen erscheinen für euch - zusätzlich zu meinen einschlägigen Kanälen - auch auf meinem Blog regelmäßig exklusive Gadgets in Text- und (Bewegt)Bild-Form.

Eine DSLR im Jahre 2017?

Wer hätte das gedacht, ich habe nach langer Zeit auch mal wieder eine Nikon in der Hand. Danke an dieser Stelle an Nikon, die mit viel Geduld und Ausdauer leidenschaftliche Medienfuzzis und Content Creator mit Produkten zum Testen unterstützen. Ohne Entgelt und ohne inhaltliche Vorgaben.

Umso spannender war es für mich, nach all der Zeit mal wieder eine DSLR in den Händen zu halten: Was hat sich geändert? Oder hat sich gar nichts geändert? Denn wie ihr wisst, drehe (und fotografiere) ich schon seit Jahren mit spiegellosen Kameras, wie beispielsweise mit A7-Reihe von Sony oder der X1D von Hasselblad.

Nach einigen Minuten Herumprobieren folgte Gewissheit: Es ist alles wie immer. Durchgucken, drücken, Foto angucken, freuen. Im Grunde genau so, wie schon damals bei meinen meiner Canon 550D, 650D und der 5D Mark II (ja, so lange ist das schon her). Also, was erzählt man über eine DSLR im Jahre 2017?


Eine Frage deR Details

Keine Sorge, die D7500 von Nikon ist kein altbackenes Stück Technik im modernen Gewand, dennoch muss ich dazu sagen: Die wirklich interessanten Dinge die den ein oder anderen von euch ansprechen sollen verstecken sich in den Details. Manche sagen auch, dass sie eine abgespeckte D500 sei. Ich habe jedoch keine Erfahrungen mit der D500 geschweige denn mit dem kompletten Lineup und der Kameravergangenheit von Nikon, deswegen bewerte ich das gute Stück jungfräulich und mit eigenen Erfahrungen.

Fangen wir mit den Optiken an. Unterwegs war ich mit einem Vorzeige-Allround-Paket von Nikon. Neben der D7500 lagen in meiner Tasche das leichte AF-P DX NIKKOR 10-20mm (f4.5-5.6G VR), das Allrounder AF-S DX NIKKOR 18-105mm (f/3.5-5.6G ED R), das mächtige AF-S NIKKOR 200-500mm (f/5.6E ED VR) und das wundervolle AF-S NIKKOR 85mm (f1.8G) Objektiv.

Kompakt geht natürlich anders, aber mit der richtigen Tasche und ein bisschen Pudding in den Schultern, sind auch mit so einer Ausstattung längere Ausflüge und Shootings möglich. Kurz und gut: Alle Optiken erfüllen ihren Zweck. Die große Zoom-Optik ist toll für Tier- und Sportfotos - funktioniert aber auch als GEILES Makroobjektiv! (siehe Beispielfotos), der Weitwinkel erlaubt spannende Eindrücke von Landschaften und das 85er fängt ganz wundervoll Portraits oder Halbnahen bis Nahen von Personen (oder auch Tieren) ein. Das "Standard-Kit" (18-105mm) ist im Vergleich die Kompromisslösung für den Notfall. Deckt einen großen Brennweitenbereich ab ist aber dunkel, zu dunkel für meinen Geschmack und lässt euch weniger kreativen Spielraum und hat auch spürbare Defizite in der Verarbeitung.

Es ist immer das erste Mal

Setzt man mit der Kamera zum ersten Schuss an fällt auf, dass jedes Foto in egal welchem Modus (außer Automatik) anders aussieht. Was ich von sonst keiner Kamera gewohnt bin: Die D7500 setzt ab Werk nach jedem einzelnen geschossenen Foto die Belichtungs- und Blendeneinstellungen auf einen selbst definierten Wert zurück. Also fix die Einstellungen korrigieren, da sonst wahnsinnig Frust aufkommt. Das macht ihr am einfachsten per 3,2 Zoll Touchscreen (beweglich bzw. artikulierend). Scharf aber bei Tageslicht ein waschechter Spiegel. Sind eure Finger zu dick, könnt ihr euch auch mit den Joysticks und Drehrädchen durch die Menüs navigieren. Für mich viel zu überladen, wenn man sich damit aber eine ganze Weile beschäftigt gewöhnt man sich dran.


Ist der Auto-Trotz-Manuell-Fauxpas aus der Welt, lässt sich rasend schnell ein Foto nach dem anderen schießen. Grund hierfür ist der nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis MEGA schnelle Autofokus. Es brauch nur einen Bruchteil einer Sekunde bis das Bild scharf ist, egal ob drinnen, draußen, hell oder weniger Hell. Klar: Mit großen Zoom Optiken oder in der Nacht ist dann Schluss mit lustig, aber für die gängigen Einsätze macht der Autofokus richtig Spaß!

Bedeutet aber auch: Viele Fotos in kurzer Zeit. Ihr habt zwar nur einen Speicherkartenslot aber - potente Speicherkarte vorausgesetzt (am besten UHS-I 3) - mit etwa 8 Bildern pro Sekunde in voller Auflösung solltet ihr nichts verpassen. Wie solche Bilder aussehen können? Nun, stöbert doch gern hier in der kleinen Galerie mit D7500 Aufnahmen:

So wie eine DSLR (FAST) sein sollte

Qualitativ hat die Nikon überhaupt keinen Grund sich zu verstecken. Zugegeben, sie driftet in vielen Situationen ins bräunliche ab, da ich aber in der Regel RAW fotografiere stören mich solche Umstände herzlich wenig. Kann man schließlich alles korrigieren. Wichtig: Die D7500 ".NEF"(/RAW) Dateien brauchen meist gesonderte bzw. aktuellste Software zum Anzeigen/Bearbeiten (Camera RAW). Photoshop und co sind nicht "einfach so" NEF-Ready.

Das beste Ergebnis erzielt ihr definitiv bei Tageslicht. Konturen sind knackig, das Bokeh (abhängig von der Optik) wird authentisch eingefangen nur die Farben dürften für meinen Geschmack etwas ausgewogener (wenn ihr JPG speichert). Wird es schummeriger kann die Nikon zwar gut standhalten aber ab ISO 3200 brauchen wir nicht mehr von DSLR Qualität zu sprechen. Da gibt es durchaus geeignetere Low-Light-Kandidaten (drei denen man dann jedoch wieder andere Vorzüge vermisst).

Auch beim Thema Videos sieht es ähnlich aus. Maximal 4K mit 30 Bilder pro Sekunde sind drin. Am Tage scharf, im dunkeln weniger. Leider sieht man aber auch hier dem UHD den typischen DSLR Look an. Damit meine ich nicht den Cinematischen-Unschärfe-Look, sondern die typischen Treppchen an den Konturen, die sich aufgrund des verwendeten Codecs ergeben. Aber: Das Zusammenspiel aus Kamera und Optik ist ein rundum gelungenes Paket, das selbst meinen kleinen Härtetest mit Bravur bestanden hat. Im hier angehängten UHD-Video seht ihr meinen Versuch mit der Makro-Zoom-Optik in der dicht bewachsenen Heide eine Biene zu verfolgen. Die Stabilisierung kann sich sehen lassen:


Die Kleinigkeiten

Man sagt nicht umsonst: Wenn ein Restaurant zu viele Gerichte auf einer Karte hat, kann das Essen nicht gut sein. Bei der D7500 finden wir fast zwanzig Knöpfe fröhlich am Gehäuse verteilt. Manuelle Kontrollen und Bedienmöglichkeiten sind toll, aber man kann es auch übertreiben, so dass man im "Blindflug" ständig Gefahr läuft sich zu verdrücken. Außerdem hat so ein "Auftreten" für mich einen Beigeschmack, in etwa: Muss mit so vielen (zu vielen?) Features etwas versteckt werden?

Auch darf sich Nikon gern bei der Akkulaufzeit ein Beispiel an Panasonic nehmen. Eine Ladung hält beispielsweise mit der wundervollen GH4 locker ein komplettes Shooting bzw einen Drehtag mit allen relevanten Aufnahmen durch. Bei der D7500 hätte ich gern ein, zwei weitere Akkus dabei gehabt. Einfach zu kurz.

Braucht der Rest Erwähnung? Gehört für mich zu einer guten Kamera dazu: HDMI Ausgang, Mikro-/Kopfhörer Ein-/Ausgang. Leider kein USB-C und proprietärer Netzteil Anschluss.

Kann man mal gemacht haben

Für etwa 1300 Euro ist die D7500 definitiv kein Schnäppchen. Aber mit Hinblick auf das was sie kann ein fairer Preis. Wer aus "anderen Lagern", wie Canon und co kommt, muss sich eingewöhnen (vor allem, dass der Mount andersrum funktioniert). Wer sich aber darauf einlassen kann und möchte, der hat mit der D7500 von Nikon noch viele Jahre einen zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Begleiter in der Hand. Aber wie immer gilt: Vernünftige Objektive vorausgesetzt.


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